Extensive Nutzökosysteme des Offenlandes zählen zu den besonders gefährdeten Lebensräumen.  

Dies gilt in besonderem Maße für Lebensräume auf Extremstandorten (nass, trocken, nährstoffarm).

Traditionelle und damit den standörtlichen Gegebenheiten angepasste Formen der Grünlandbewirtschaftung sind im Zuge der Intensivierung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zunehmend zugunsten stark vereinheitlichter Nutzungsweisen zurückgedrängt worden. Durch wasserbauliche Maßnahmen (Deichbau, Entwässerung) wurden zum Beispiel viele feuchte und nasse Standorte ackerfähig gemacht und umgebrochen. Die Auswirkungen dieser Nutzungsänderungen auf Flora und Fauna des Grünlandes waren fatal; zumindest die hochspezialisierten Arten vieler an althergebrachte Nutzungsformen adaptierter Lebensgemeinschaften wurden selten oder verschwanden völlig. Die Gefährdung von noch vorhandenen Offenlandstandorten (Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen, etc.) besteht weniger durch Nutzungsintensivierung als durch Nutzungsaufgabe und Brachfallen der Flächen.

Kleinteilige Flächen auf Grenzertragsstandorten sind oft selbst für eine extensive landwirtschaftliche Nutzung unattraktiv geworden. Doch gerade solche Flächen stellen in der heutigen Agrarlandschaft wertvolle Refugien für seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten dar. Durch den hohen Stickstoffeintrag auch über die Luft kommt es aber zunehmend zu einer Eutrophierung, was die Einwanderung von Ruderalpflanzen forciert und zu einer Verschiebung der Artzusammensetzung hin zu konkurrenzstarken Obergräsern führt. Weiterhin besteht immer die Tendenz, dass diese Offenland-Biotope durch Gehölzsukzession degradieren und Arten der Krautschicht durch zunehmende Verbuschung zurückgedrängt werden.

Um diese auf die Biodiversität sich negativ auswirkenden Entwicklungen zu bremsen, ist es notwendig, den Nährstoffüberfluss abzuschöpfen und somit die an magere Verhältnisse angepassten Zielarten zu fördern. Um dies zu realisieren, wird entsprechend den Verhältnissen am Standort entbuscht und gemäht und das Schnittgut entfernt.

Viele der wertvollen aber pflegebedürftigen Feuchtgrünlandbrachen im Landkreis Wittenberg liegen in Natura 2000-Gebieten, wodurch sich eine erhöhte Verantwortung gegenüber diesen Biotopen ableitet und eine weitere Habitatverschlechterung abzuwenden ist.

 

 

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