Streuobst als Kompensationsmaßnahme

Streuobstbestände sind sehr artenreiche Lebensräume, die im Randbereich von Siedlungen oft von Baumaßnahmen betroffen sind. Daher sind sie häufig ein Bestandteil von Ausgleichsmaßnahmen. Dies bietet viele Vorteile:

Lebensraum 

Streuobstwiesen bieten Lebensraum für über 5000 Tier- und Pflanzenarten.

Sortenvielfalt

Gefährdete, regionale oder kulturell bedeutsame Sorten können, unabhängig von Ertragserwartungen, gepflanzt oder erhalten werden.

Naherholung

Der traditionelle Streuobstgürtel kann erneuert und ein attraktives Wohnumfeld geschaffen oder erhalten werden.

Landschaftsbild

Die Attraktivität einer Gemeinde für den Tourismus kann gesteigert oder erhalten werden.

Biotopvernetzung

Die Flächen können nach naturschutzfachlichen Gesichtspunkten ausgewählt und Streuobstbestände größeren Arealen vernetzt und hierdurch aufgewertet werden.

Voraussetzungen:

Streuobstwiesen benötigen als Bestandteil der Kulturlandschaft eine dauerhafte, fachgerechte Pflege. An dieser Pflege mangelt es leider oft. Viele Streuobstbestände werden nicht oder nur kurzfristig gepflegt. Ein ökologisch hochwertiger Bestand kann sich daher nicht entwickeln. Bereits bei der Planung muss eine dauerhafte Pflege berücksichtigt werden. 

Verjüngung von Streuobstwiesen als Ausgleichs-und Ersatzmaßnahme: 

Neben der Neuanlage von Streuobst besteht die Möglichkeit, auch die Verjüngung / Erstpflege als Ausgleichsmaßnahme anrechnen zu lassen. Hierzu zählen insbesondere Maßnahmen zur Wiedernutzung eines nicht mehr bewirtschafteten Bereichs, die Schließung von Lücken und der „Verjüngungsschnitt“ vergreister Bäume als mehrjährige Maßnahme bis zur Stabilisierung des Wachstums.

 

Gegenüber einer Neupflanzung bietet die Verjüngung von Streuobstbäumen einige Vorteile:

  • Wertvolle Bestände mit großkronigen Bäumen werden stabilisiert, durch Nachpflanzungen ergänzt und bleiben als Habitat erhalten.
  • Der Bestand ist robuster als eine Neuanlage, z.B. gegenüber Wühlmäusen und anderen Krankheiten und Schädlingen.
  • Die Folgepflege der alten Obstgehölze gestaltet sich einfacher. Es müssen keine Baumscheiben angelegt und gepflegt werden. Die Pflege kann im Abstand von 3-5 Jahren erfolgen. 

Voraussetzung für eine erfolgreiche Verjüngung ist der fachgerechte Obstbaumschnitt.

Falsche oder zu starke Eingriffe können einen Baum nachhaltig schädigen.

 

Kontakt:

Landschaftspflegeverband 

Wittenberg e.V.

Radiser Bahnhofstr. 16

06901 Kemberg

 

Tel: +49 (0)34953 253777

Funk: +49 (0)1520 4754446