Flurgehölze - Kopfbäume

Kopfbäume gehören zu den charakteristischsten Landschaftselementen, die man im Aubereich von Gewässern finden kann. Früher wurden sie hauptsächlich als Holzlieferanten genutzt.

Es gibt mehrere Gattungen, deren Arten sich zur Nutzung als Kopfbaum eignen. Am bekanntesten dürften allerdings diverse Weidenarten sein. Auch Pappeln kann man hervorragend zum Kopfbaum erziehen. Wichtig ist, dass Arten gewählt werden, die eine hohe Ausschlagfähigkeit besitzen.

Doch was ist ein Kopfbaumschnitt?
Bereits im Mittelalter wurden ausschlagfähige Gehölze in ca. 2m Höhe „geköpft“, was dazu führte, dass viele neue Zweige mit verstärktem Längenwachstum austrieben. Diese konnten, je nach beabsichtigter Nutzung, alle 1 bis 10 Jahre abgeschnitten und der Baum so erneut geköpft werden. Zur Flechtmaterialgewinnung gab es auch Gehölze, die bereits in 50-70cm Höhe geköpft wurden. Diese haben eher den Charakter eines Strauchs und sind erst bei genauer Betrachtung als Kopfbaum zu identifizieren. Kopfbaeume3

Wieso sind Kopfbäume schützenswert?
Weiden und Pappeln haben sehr weiches Holz und können Wunden schlecht abschotten. Beim Köpfen entstehen große Wunden, durch die Pilze leicht eindringen können. Dadurch wiederrum entstehen Höhlen und Mulmschichten, die für eine Vielzahl von Lebewesen wichtig sind.

Die Höhlen besiedeln zum Beispiel Vögel, wie der Steinkauz, die Hohltaube oder der Wiedehopf. Aber auch Säugetiere, wie Siebenschläfer, Marder und Mäuse nutzen die Löcher als Unterschlupf. Ab und an findet man dort sogar Fledermäuse.

Aus dem Reich der Insekten ist der Eremit aus naturschutzfachlicher Sicht besonders bedeutend, da er zu den prioritären Arten der FFH-Richtlinie gehört. Neben ihm leben zum Beispiel noch Moschus- und Weberbock oder Hornissen in Kopfweiden und Bienen nutzen im Frühjahr die Weidenkätzchen als Nahrungsquelle.

Verschiedene Quellen sprechen von bis zu 200 Arten, die in oder von Kopfbäumen leben.

Pflege von Kopfbäumen
Neben der Flurbereinigung ist heutzutage die mangelnde Nutzung der Gehölze das Hauptproblem.

Kopfbäume wurden und werden vom Menschen künstlich erzogen. Daher sind regelmäßige Schnittmaßnahmen zur Erhaltung dieser Biotope unabdingbar.

Mangelt es an Pflege, werden die Äste irgendwann zu schwer und brechen aus. In manchen Fällen bricht der komplette Stamm entzwei.

Um das zu verhindern, sollten die Gehölze alle 5-10 Jahre wieder geköpft werden. Aus dem gewonnenen Schnittgut können Zäune, Spieltunnel für Kinder oder Faschinen entstehen. Natürlich ist es auch möglich die Steckhölzer, zum Beispiel als Uferbefestigung, wurzeln zu lassen und gegebenenfalls neue Kopfbäume zu erziehen.

Neben dem ökologischen Wert und dem kulturellen Hintergrund, darf man aber auch die ästhetische Wirkung von Kopfbäumen nicht außer Acht lassen.

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